Kurzgeschichte: Die Abenteuer des blinden Zwerges Angscht

Die Nacht ist angebrochen, nehme ich an. Jedenfalls wird es kühler und die Vögel haben begonnen zu schweigen. Ich bin auf dem Weg gen Norden, sofern man mich im letzten Gasthof nicht an der Nase herumgeführt hat. Diesen Menschlingen ist manchmal nicht zu trauen. Ich wollte nach Kraka Drak, wohl einer der letzte Orte wo ich hinmöchte.Doch ein Dawi namens Bogir Glimmstahl soll dort leben.

Dieser Menschling den ich in einer Altdorfer Kneipe getroffen habe, soll noch eine offene Rechnung mit dem Dawi haben, doch er sei zu alt für eine solche Reise und werde wohl meine Rückkehr nicht mehr erleben, doch solle Bogir Glimmstahl nicht davonkommen mit dem Betrug. Er habe diesem alten Menschling Stefan Anders, regelmässige Wagenladungen feinstes Zwergenbier verprochen, damit er seine Wirtschaft in ein besseres Altdorfer Viertel verlegen könne. Bezahlt wurde im Voraus für zwei Jahre, doch nie rollte auch nur EIN Fass, erzählte er mir, weshalb er als alter „Mann“ wie er sich nannte, nurnoch den Kellner mimen konnte da er alles verlor durch Überschuldung. Nun, einem Dawi wie mir klingelt es in den Ohren wenn ich „Gold“ höre, es eintreiben soll und es auchnoch behalten darf.

Nun, hier bin ich also. Alleine auf dem Weg. Mein bester Freund Hograsch; ebenfalls ein Dawi; ist auf dieser Reise nicht dabei. Er ging wieder nachhause als ich ihm von meinem Auftrag erzählte. In der nähe von Karak Ganruk hat er ein kleines Häuschen, Weib und zwei Bälger. Eine Familie kann einen Dawi schon verändern. Doch vielleicht war er es auch leid, mich auf „Exkursionen“ ;wie der Nulner sagt; zu begleiten, welche teilweise nur durch Gerüchte entstanden waren, und wir am ende angetrunken in einem Goblinlager aufgewacht sind, oder uns unwissentlich mit einem Rudel Wölfen in den Schlaf kuschelten. Jede Reise barg viel Blut und manchmal letzten endes zumindest ein paar Mass Bier, und eine Handvoll Gold. Ich könnte zwar schwören dass wir oft kein Gold gefunden haben… bestimmt hätte ich das gerochen… und somit müsste Hograsch irgendwelche Gobboköpfe oder frische Wolfsfelle verkauft haben, damit unsere Reisen noch einen netten Abgang hatten, doch er murmelte nur etwas in seinen Bart und sagte ich solle austrinken, bevor er mir in Khazalid die Meinung sage…

Ich glaube kaum dass dies hier wirklich ein Weg ist. Ausser es schneit in Norsca alle drei Glocken und lässt sämtliche Fussspuren verschwinden. Ich bin vielleicht Blind, doch sowas fühlen meine Füsse genau. Einen „Grauen Star“ nannte man es in Nuln. Erbost malträtierte ich diesen Quaksalber bis er „Sterne“ sah. Mich mit Hundertsiebenundzwanzig Jahren „Grau“ zu nennen, also wirklich. Meine Glatze ist gewollt und mein Bart ist flauschig und „Rot“. „ROT“ schrie ich den Quaksalber an, und drückte ihm mit aller Freude einen Ziegelstein ins Gesicht. Grummelnd ging ich damals zur Tür raus, wo Hograsch an eine Mauer sich lehnte, „… und einen STAR hat er mich auch noch genannt, als ob ich einen Vogel hätte…“, brummelte ich Hograsch an und hielt die Tür samt Angel in meiner Hand. Hograsch tapste mir auf den Hinterkopf und klärte mich auf, aber auch dass wir verschwinden sollten, da jemand wegen dem Zähnebrechenden Geschrei die Wachen gerufen hatte.

Ja das waren noch Zeiten, als ich mich noch auf meinen besten Freund verlassen konnte.

Ich wünschte ich hätte jetzt ein kleines Feuerchen, oder etwas Rum um mich aufzuwärmen. Je weiter sich meine Schritte durch die hohe Schneeschicht wagen, wird es seltsamerweise wärmer, die Schneeschicht wird dünner, ich höre es knistern, und ich rieche einen Albtraum. Blut. Fassweise muss es sein, und es ist nur wenig klebrig. Ich taste auf den Boden, welcher mit Blut durchtränkt ist. Hier müssen viele gestorben sein. Denn ich glaube kaum dass Nachts das Vieh in solcher Zahl geschlachtet würde. Selbst für die irren Norsca-Zwerge. Und nach einem Zwergendorf fühlt es sich hier nicht an.

Ich beweg mich langsam in das Dorf hinein, und suche nach überlebenden. Ein warmes Feuerchen habe ich mir ja schon gewünscht, aber da haben meine Ahnen wiedermal Masslos übertrieben, mir diesen Wunsch auf diese Weise zu erfüllen. Kuschlig warm ist es ja, aber ich kann mich nirgends hinsetzen da der Boden derart klebt, und bei all dem Blut kann ich weder Rum noch Bier riechen…

Ich vernehme ein leises winseln, und begebe mich in diese Richtung. Ich erfühle ein Fass. „Ein Fass ist ja schonmal ein Anfang, aber wenn dadrin gewinselt wird muss das Bier Importware aus dem fernen Osten sein…“, nehme den Deckel vom Fass und gucke mal rein. „AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHrch“, kreischt es erschrocken aus dem Fass, und stirbt.

Es muss ein Menschlein sein, dacht ich mir. Ein Dawi würde nicht beim anblick eines anderen Dawis zu Tode erschrecken.

Nur wenige Schritte hinter mir öffnet sich ein Fenster nur einen Spalt weit, „IIHR WERDET EURE STRAFE NOCH BEKOMMEN, ELENDE CHAOSBRUHHT!“, schreit es drohend von einem alten Weib heraus. Meine Hand gleitet schnell hinter meinen rücken, packt meine Trennaxt, zieht hervor, dreh mich derweilen um und schlage sofort zu. Stein splittet und Splitter pfeifen um meine Ohren. Doch keine Knochen, kein Fleisch hat meine Trennaxt mit Blut benetzt. „Ja wo ist sie denn hin?“, frage ich in die Luft. „Ich bin ein Slayer und eine Chaosbestie kommt mir gerade recht!“, doch kein sabberndes Geräusch eines Chaos Wesens können meine Ohren erspähen. Da knarzt schon wieder ein Fensterladen, „IHR SEID EIN WASS?!“ schreit es erstaunt aus dem inneren.

Einige Türen werden geöffnet und überlebende Anwohner stellen sich drohend mit Heugabeln mir entgegen. „Slayer…“, sprach ich erneut, „…kennt man in Norsca keine Dawis?“. „WENN du bist was du behauptest, warum hast du dann unseren Timmi getötet?“, spricht ein Menschling aus der Menge welche vor mir steht, bis an die Zähne bewaffnet mit Haushaltswerkzeugen. „Der im Fass meint ihr?“, entgegne ich, „der hat wohl wen anders erwartet, und gleich losgeschrien.“

Obwohl manche der festen Meinung sind, dass ich es nicht verdienen könnte, habe ich den Rest der Nacht im Haus ihres Dorfoberhauptes verbracht, bis das Blut auf den Strassen am Morgen teilweise getrocknet und teilwese gefroren war. „Ich glaube Euch, Zwerg…“, sprach Fredrik vom Stamm der Skælinger, „…doch Eure ungewohnte Aufmachung hat in uns Angst und Schrecken erweckt letzte Nacht. Besonders als wir unseren Timmi schreien hörten.“. „Nun das ist so ziemlich normal…“, erkläre ich Fredrik, „…weil südlich von Altdorf begann man mich Angscht zu nennen, da ich meinen wirklichen Namen wegen meiner Schande niemals wieder hören darf, und eure Erläuterung ist übersetzt so wie man mich nennt. Allerdings dachte ich bisher dass man mich wegen meiner Kampfeslust so nennt, und nicht auch wegen meinem Äusseren.“. „Aber Eure Maske…“, versucht Fredrik einzuwenden. „Aber ich habe mich auch seit Wochen nicht mehr gewaschen, …“, erzähle ich weiter, „…das Flusswasser ist hier so kalt dass jedes Bier gefrieren würde, da hab ichs halt sein lassen, und meine Haare sind vielleicht inzwischen auch… was? Meine Maske?“, frage ich dann erstaunt. „Ja, Eure Maske ist höchst ungewöhnlich. Bitte zeigt mir Euer wahres Gesicht.“

Angscht murmelt unverständliche Worte in seinen Bart und nimmt seine Maske ab welche so gross wie ein Helm ist. „Ihr seid Blind?“, fragt Fredrik. „Ja, ein Werbär hat mir in einem Schlachtgetümmel letztes Jahr, mein letztes gesundes Auge entrissen. Grüne Augen hatte ich mal. Erwischt habe ich diesen einen Bärserker leider noch nicht, und obwohl ich wohl sein ganzes Rudel entbeindelt und auf dem Altdorfer Markt verkauft habe, dürstet mich immernoch Rache voran. So sehr dass ich meist auch ohne etwas zusehen, mich zurechtfinde, da meine anderen Sinne geschärft sind. Die Maske fand ich später in einer Ahnengruft der Dawis in der nähe von Karak Raziak als ich mit Hograsch eine paar Nurglinge verfolgte, welche ein Quaksalber aus Nuln als Entschädigung zu Forschungszwecken haben wollte.“, erzählte ich Fredrik spannend mit einer Prise Begeisterung. „Ich weiss zwar nicht welche Farbe diese Maske trägt, doch ich finde sie fühlt sich schön an.“

Fredrik schweigt verblüfft. „Wenn ihr mir die Richtung zeigt, in welcher die Chaosbrut verschwunden ist, werde ich gerne den Überfall auf euer Dorf rächen sofern ich nicht von meinem Eid entbunden werde. …“, fragt Angscht das Dorfoberhaupt Fredrik, während er sich seine Maske aufsetzt, „…und bitte sagt mir wie ich dann noch nach Kraka Drak finde, sollte ich euer Dorf nicht wiederfinden…“.

Aus den Aufzeichnungen seines besten Freundes

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9 Kommentare
  1. Barrli sagt:

    Jut jemacht!

    Wenn ehn neh Jeschichte feselt, dann wenns um nehn Dawi jet, wo Ale drin vor kommt und Blut jeflossn is!

     

    :>

  2. Maxdmg sagt:

    Wow, sehr stimmig! Respekt!

  3. Bergbart sagt:

    Sehr lustig Geschrieben und das Ende ist gut warum er Angscht heist:P

     

    mfg

  4. Badun sagt:

    Danke Euch laecheln
    habe versucht im Stil der Warhammer Bücher von Gotrek und Felix zu schreiben.
    und habe auch meist die Zeitform der Gegenwart gewählt, damit alles aktiver wirkt, und nich in der Verangenheit hängt.
    Die Namen sind nebst Hograsch und mir, frei erfunden, ausser eben bestimmten Orten und Stämmen der Warhammerwelt.

    mein Wortschatz hat sicher noch viel zu lernen.

    möchte wer von Euch die Fortsetzung der Geschichte lesen?
    sie ist noch nicht geschrieben. doch grosse Bruchstücke sind schon fix in meinem Kopf parat.

  5. Nenolia sagt:

    Am Ende wird alles aufgeklärt, schöne Geschichte

  6. Idrinth sagt:

    Badun said
    möchte wer von Euch die Fortsetzung der Geschichte lesen?
    sie ist noch nicht geschrieben. doch grosse Bruchstücke sind schon fix in meinem Kopf parat.

    Immer her damit laecheln

  7. Badun sagt:

    in den letzten nächten wo es viel regnete, hab ist plötzlich ein grossteil der weiteren geschichte entstanden. leider noch nicht auf papier… missfallen

     

  8. 404 Moscha not found sagt:

    Badun said
    in den letzten nächten wo es viel regnete, hab ist plötzlich ein grossteil der weiteren geschichte entstanden. leider noch nicht auf papier… missfallen

     

    gogo <(„)

     

  9. Xarloc sagt:

    jop bring mal auf papier zwinkern

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